Podcasts im Trend

Einige Zeitungen bieten auf ihren Webseiten Gratis-Podcasts an. Diese kommen zwar gut an, sind aber derzeit eine Nische. Sie könnten bald zu einem nützlichen Kanal für den Online-Journalismus heranwachsen.

Die Wochenzeitung Falter bringt alle sieben Tage eine Podcast-Episode unter dem Namen „Falter Radio“ heraus, in denen aktuelle Themen diskutiert und kommentiert werden. Öfters gibt es sogenannte „Spezialepisoden“, die zusätzlich zu den wöchentlichen Sendungen gebracht werden. Der Falter ist nicht das erste Medium, das ein derartiges Format betreibt. Das Politik-und Wahljournal neuwal, das hauptsächlich Wahlumfragen graphisch aufbereitet, macht seit August dieses Jahres den Podcast „Ganz offen gesagt“. Der Podcast behandelt politische und gesellschaftliche Themen, gemeinsam mit Politikern, politiknahen Menschen, Künstlern oder Experten.

Möglichkeiten

Es ist an sich super für ein Medium mit Podcasts eine weitere Möglichkeit zu haben, um Inhalte an die Leute zu bringen. Gerade jetzt, wo jeder versucht, mit Video-Produktionen in den Vordergrund zu treten, kann man sich mit Audio-Produktionen von der Menge abheben. Noch hat nicht jeder einen Podcast, das ermöglicht reichweitenschwächeren Medien, wie beispielsweise dem Falter, ihr Publikum zu vergrößern und neue Zielgruppen anzusprechen.

Herausforderungen

Die Herausforderungen, die das Betreiben eines Podcasts mit sich bringen, sind gut mit denen des Videos vergleichbar. Die Produktion von technisch und inhaltlich hochwertigem Content kostet viel Geld. Wenn man Videos und Podcasts gratis im Internet zur Verfügung stellt, dann wird es schwer, die Erstellung und Betreibung zu finanzieren. Statistiken zeigen, dass nur sieben Prozent der Österreicher bereit sind, für Inhalte im Internet Geld auszugeben. Wenn man also eine Paywall für diese Angebote einführen würde, dann würde man nach derzeitigen Verhältnissen kaum Zuhörer finden. Es gibt natürlich, genau wie überall, die Möglichkeit, durch Werbung und Sponsoring Umsatz zu machen. Leider senkt das gleichzeitig die Qualität der Sendung, vor allem, wenn man es mittels Produktplatzierung versucht. Bei einer Debatte über die vergangene Wahl ist es schwer, unauffällig Werbung einzubauen. Richtige Werbefenster, wie man sie aus dem Radio kennt, würden viele abschrecken. “Man könnte dann ja gleich Radio hören”, würden viele Menschen behaupten.

Da viele Medien mit diesen Problemen zu kämpfen haben, könnte es in Zukunft vermehrt zu Paywalls kommen. Wenn man es den Rezipienten schmackhaft macht, möglicherweise für ein Gesamtpaket einen günstigen Preis zu bezahlen (Zeitung, Online, Videos, Podcasts), dann wäre es vielleicht möglich, das weiterhin werbefrei zu machen. Dass journalistisch hochwertige Angebote im Internet für immer gratis bleiben werden, ist aus heutiger Sicht ohnehin ziemlich unwahrscheinlich.

Fazit

Podcasts sind jedenfalls eine gute Idee und man sollte sie nicht unterschätzen, da sie bereits früher eine kurze Trendphase erlebt haben. Da sich die Finanzierungsmodelle von Medien auf jeden Fall verändern werden, könnte der Podcast es schaffen, weiter zu wachsen und ein reichweitenstarkes Programm zu werden.

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