Instagram als Selbstdarstellungs-Instrument

Es ist erstaunlich wie schnell fünf Stunden vergehen können. Laut Media-Server wenden junge Österreicher täglich drei Stunden für reiner Online-Kommunikation auf. Benützt werden hier diverse Apps unter Darbietung einer Online-Community.

Wie kann es sein, dass wir diesen Netzwerken so viel Zeit widmen? Was fesselt uns so sehr daran, dass wir die Zeit vergessen? Was ist daran so unterhaltsam? Die Antwort ist ganz simpel: Sich mit geringem Aufwand selbst darzustellen und das Selbstdarstellungsverhalten anderer zu verfolgen. Man kann entscheiden, wie lange und wann man mitten im Geschehen sein möchte und dabei ist es nicht einmal nötig, das eigene Haus zu verlassen. Das Ganze funktioniert, weil alle mitspielen. Unsere Gesellschaft ist gefühlsmäßig zu nahe 80 Prozent in der digitalen Welt vertreten. Will man also unserer Gesellschaft angehören, ist man nahezu verpflichtet, selbst am Netzwerk teilzunehmen, sei es auch nur passiv und beobachtend.

Kurzer Nachgedanke: Würden sich nur 30 Prozent der Gesellschaft auf Social-Media aufhalten, so wäre der soziale Druck nicht gegeben und somit eine Mitgliedschaft hinfällig.

Leider, oder auch nicht leider, gehöre ich zu diesem Großteil der Gesellschaft.

Ich zähle mich zur aktiven Sorte der User, denn ich betreibe einen aktiven Instagram-Account. Was bedeutet aktiv? Meiner Ansicht nach ist jeder User, der einen eigenen Account verwaltet und damit auch regelmäßig Content teilt, ein aktiver User. Dabei muss es nicht unbedingt ein personenbezogener Account sein, es können unter dem eigenen Markennamen auch diverse Fähigkeiten präsentiert werden. Es geht im Grunde darum, dem Rest der Gesellschaft zu veranschaulichen was man kann, wofür man steht, wer man ist und was man hat. Ein passiver Account wäre beispielsweise jener, der andere nur verfolgt und selbst nichts mit der Gesellschaft teilt.

Ich verwende Instagram als Alternative zu einer Website. Und muss gestehen, dass ich beängstigend viel Zeit auf diesem Medium verbringe, da falle ich sicherlich in die Gruppe der Drei-Stunden-Konsumenten. Ich poste wöchentlich maximal drei Bilder, chatte aber täglich auf Instagram mit anderen Usern und verfolge ihre Aktivitäten.
-> https://www.instagram.com/ana_lendl/?hl=de

Wenn man sich meinen Account ansieht, merkt man schnell, dass es als öffentliches Portfolio fungiert. Zu sehen sind eigene Fotoproduktionen als Model, Zeichnungen und Sinnbilder. Wobei ersterem das meiste Contentvolumen zukommt, nachrangig stehen (persönlich gesehen) inspirierende Landschaftsbilder und an dritter Stelle – da Publikationen dieser Art relativ neu sind – die eigene Kunst. Über mein Privatleben im Allgemeinen ist auf den ersten Blick nichts zu finden. Hin und wieder poste ich aktuelle Aktivitäten auf die sogenannten „Instagram-Stories“, die nach 24 Stunden wieder gelöscht werden – und dabei bleibt es auch. Ich will Instagram nicht zu ernst nehmen, kein „Influencing“ betreiben und kein Geld damit verdienen. Im Fokus meiner Selbstdarstellung liegt nicht meine Persönlichkeit, sondern meine kreativen Arbeiten und ihre Qualität. Kontrovers dazu steht meine „Caption“, also Profilbeschreibung. Demnach führe ich an, weder ein Model noch eine Künstlerin, sondern ganz einfach eine Studentin zu sein. Meiner Ansicht nach kommt es authentischer rüber, wenn der Besucher allein durch das Betrachten der Seite versteht, wer man ist und was man macht. Dadurch wird das Interesse geweckt und ich behalte den Besucher länger auf meiner Seite, bis er sich sein eigenes Bild von mir machen kann.

Meine Zielgruppe besteht größtenteils aus Personen, die ähnlichen Content schaffen wie ich, also Fotografen, Marken, Bekannten und ehrlich gestanden auch aus irgendwelchen passiven Accounts, von denen ich keine Ahnung habe wie sie auf mich kommen.
Mein Ziel ist es mit Instagram, einerseits Kontakte zu knüpfen, weiterhin Anfragen zu bekommen und meine Abonnenten auf meine Zeichnungen aufmerksam zu machen.

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