Das Social Media Sixpack

Warum ich erst eine App brauchte, um meinen Arsch in Bewegung zu kriegen.

Das Unileben hat meinen Alltag ganz schön aus dem Gleichgewicht gebracht. Dazu kommt auch noch ein neuer Job. Im Allgemeinen ist das nicht schlimm und etwas, womit man mit dem richtigen Zeitmanagement auch problemlos fertig wird. Soviel zu meiner Meinung dazu. Wenn man aber mein sich langsam bildendes Wohlstandsbäuchlein ansieht, kann schon mal gesagt werden: ,,Junge lass dich nicht so gehen!“ Ich geb’s nur ungern zu, aber ich hatte seit Semesterbeginn kein einziges Workout. Ums in Zahlen auszudrücken: 0!

Na gut, die Prioritäten haben sich verschoben und ich hatte auch schon Phasen, in denen ich weniger trainiert habe aber ich hatte tatsächlich noch nie Probleme damit, mich sportlich zu motivieren. Zumindest war immer ein Workout-Buddy in der Nähe, der mich in schlechten Phasen wieder aufgefangen und ins Gym geschleift hat. Wo sind meine Buddies jetzt? Antwort: Graz. Wo bin ich? Antwort: Wien. Zweieinhalb Stunden Autofahrt, zu viel für meine Buddies. Wo findet man also Freunde, wenn man kaum Zeit hat und generell kaum in der Stadt oder gar im Freien unterwegs ist?

Die Social Media Community

 

Der Sinn einer Community erschließt sich relativ schnell, man unterstützt sich gegenseitig, man motiviert sich, es steigert die Moral. Sie treibt dich an und bringt dich dazu, an deine Grenzen zu gehen. Der Support innerhalb einer Community hat schließlich auch physiologische Auswirkungen und verändert sogar die Hormone innerhalb unseres Körpers. Laut Studien der Oxford University bewirkt das Training innerhalb einer Gruppe einen höheren Ausstoß von Endorphinen, ein chemischer Vorgang im Gehirn, der eine Art Euphorie hervorruft. In Läuferkreisen auch als „Runner´s High“ bekannt.

 

Fündig geworden bin ich bei “Fitocracy“, ein Social-Media-Netzwerk, an dem sich Sportbegeisterte oder solche, die es noch werden wollen, beteiligen können. Das Netzwerk bietet tägliche Trainingspläne. Für deren Durchführung, gibt es Punkte und „Level-Ups“. Mein „Robocoach Fred“ gibt mir das Training vor und überlegt sich dabei ständig neue Herausforderungen. Im Feed sehe ich die Postings der anderen innerhalb dieser Sportler-Community. Ich kann den anderen “Fitorcrits“ auch folgen. Mir folgt bisher noch niemand, aber das ist schon ok so. Fred schreibt mir mehrmals täglich.

 

Let’s get it on

Mein erstes Training war relativ easy. Jumpingjacks, Kniebeugen, Liegestütze, Dips und Burpees. Laut Fred in sieben Minuten zu schaffen. Die Ausführung des Ganzen war dann doch etwas schwieriger als gedacht. Der größte Stolperstein waren die Burpees, bei denen man sich von der Ausgangsposition im Stand, mit den Armen runter auf den Boden wirft, ein Liegestütz ausführt, sich wieder in den Stand zurückwirft, um abschließend noch einen Strecksprung anzuhängen. Soviel sei schon mal gesagt: Es wurde Schweiß vergossen und zwar in rauen Mengen. Nicht umsonst, denn ich wurde auf einen Satz vom absoluten Noob in das, für mich, beachtenswerte dritte Level hinaufkatapultiert.

 

Was gibt es nach einen Tag dieses Experiments auf dem Weg zum ewig gesuchten Sixpack zu sagen? Ich bin dank Fitocracy nicht mehr alleine, habe mit Fred einen Trainingsbuddy gefunden, der mir zumindest in der Anfangsphase helfen wird, meinen inneren Schweinehund zu überwinden. Mit  Trainings, auf die ich selbst nicht gekommen wäre, verlasse meine gewohnte Comfort-Zone. Die App wird mich mit Sicherheit noch eine Weile begleiten, Muskelkater inkludiert und wer weiß vielleicht followed mir eines Tages ja auch noch einer der anderen Fitocrats.

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